Dienstag, 10. Juni 2014

About journeys and travel companions



He sits there in the nook and stares holes into his whiskey glass.
What a contrast!
Outdoors the lightly curved hills, the murmuring rivulet, the picturesque houses, indoors the gloomy atmosphere, the silent waiter, the man in front of his glass.
The man who stares holes into his whiskey glass - where may his journey lead shortly?
It is said for journeys to have a certain potential of healing, perhaps therefore the archangel Rafael (whose name means “God heals”) was chosen as travel companion for Tobias. Or he chose him, who knows for sure which travel companion chooses the other one? And sometimes even the companion has a companion, like Rafael in the book Tobit brought a dog with him.

Why had he at once a grids in his head, now as his returning was near?
During the journey he felt so free! Perhaps he could at least save a bit of that freedom into his everyday life.

How does it come, that we’re on a journey rather willing to accept changes than at home?

Conversion is possible, but like at the disciples of Emmaus, it has to be admitted.
They allowed to be enchanted from that was gone on, didn’t take for sure that what they saw had to be a phantom, but they went into the unexpected news that much that they immediately had to march off to tell their friends about it.

Sometimes even a single meeting with a person is enough to bring the whole life into motion.  “Stand up and go!”
And some time we get a reference, doors open to show us what our way, what we were born for.
“Put aside the Ranger. Become who you were born to be.”
To follow the path we were born for – if it would be always so easy to find it!

But what we can do is to say farewell to that what has been, to let it go.
What has been has been.
It may have been better or worse,
Edifying or strange,
Delightful or regrettable.
But it has been.
To say farewell to that what has been doesn’t mean to reduce its importance, but on the opposite to assign to it its full appreciation and his place and to allow that the own life develops over a really present presence into the future.
To say farewell to the past doesn’t mean not to keep the tradition doesn’t mean to forgot it, but on the contrary: It means in the full awareness of ones roots to keep that what bears, to remember what has delighted, inspired, what let a person mature to the one he is today, and to shape out of that strength the now or even find what one was born for.

Sometimes we wish us such strengths of whom the Whitsun story tells us. Less the feeling to be blown through with something diffuse or to can do unusual things, but rather the strength to dare the  unthinkable, to face the own personality and the own way, an inspiration for a path which lies now clear in front of oneself.

What will the man in front of his whiskey glass do?
Perhaps he will put his dreams and memories like scenes in jars back to the shelf.
And after all, suddenly, out of a remembrance, an experience becomes bearing ground.
Out of the past becomes future.
And he stands up.
Inspired of an idea.
Blown through with a spirit.
He stands up and goes, even if he doesn’t still know where the spirit will blow him.
But he knows: He carried in the past, and he will do it in the future, too.


Von Reisen und Reisegefährten



Er sitzt dort in der Ecke und starrt Löcher in sein Whiskeyglas.
Was für ein Kontrast!
Draußen die sanft geschwungenen Hügel, der plätschernde Bachlauf, die malerischen Häuser, drinnen das düstere Ambiente, der schweigsame Kellner, der Mann vor seinem Glas.
Der Mann, der Löcher in sein Whiskeyglas starrt – wohin mag seine Reise als nächstes gehen?
Man sagt Reisen eine gewisses Heilpotential nach, vielleicht wurde auch aus diesem Grund der Erzengel Rafael, dessen Name auf deutsch soviel wie „Gott heilt“ bedeutet, als Reisebegleiter des Tobias gewählt. Oder er hat ihn gewählt. Wer weiß schon so genau, welcher Reisegefährte den anderen wählt? Und manchmal hat auch der Begleiter einen Begleiter, wie Rafael im Buch Tobit einen Hund mitbrachte.

Wieso hatte er  auf einmal Gitter im Kopf, jetzt wo es an die Rückfahrt ging?
Während der Reise hatte er sich doch so frei gefühlt! Vielleicht konnte er wenigstens etwas von dieser Freiheit in seinen Alltag hinüberretten.

Woher kommt es nur, dass wir auf Reisen viel eher bereit sind Veränderungen zuzulassen als zu Hause?

Verwandlung ist möglich, muss wie bei den Emmausjüngern aber zugelassen werden.
Sie ließen sich verzaubern von dem was passierte, hielten nicht daran fest, dass das, was sie sahen, ein Trugbild sein musste, sondern ließen sich auf die unerwartete Neuigkeit so sehr ein, dass sie gleich loslaufen mussten, um ihren Freunden davon zu erzählen.

Manchmal reicht tatsächlich eine einzelne Begegnung mit einem Menschen aus, um das ganze Leben in Bewegung zu bringen. „Steh auf und geh!“
Und irgendwann bekommen wir dann Hinweise, öffnen sich Türen, welches der Weg, welches unsere Bestimmung ist.
„Lass den Waldläufer hinter dir, folge jetzt dem Weg deiner Bestimmung!“
Dem Weg der eigenen Bestimmung folgen – wenn es immer so einfach wäre, den zu finden!

Aber was wir tun können, ist uns von dem zu verabschieden, was gewesen ist, es loszulassen.
Was gewesen ist, ist gewesen.
Es mag gut gewesen sein oder schlecht,
erbaulich oder befremdlich,
erfreulich oder bedauerlich.
Aber es ist gewesen.
Sich von Gewesenem zu verabschieden bedeutet nicht, seine Bedeutung zu mindern, sondern im Gegenteil ihm seine volle Anerkennung und seinen Platz zuzuweisen und zu gestatten, dass sich das Leben über eine wirklich gegenwärtige Gegenwart in die Zukunft entwickelt.
Sich von der Vergangenheit zu verabschieden bedeutet nicht, die Tradition nicht zu bewahren, bedeutet nicht, sie zu vergessen, sondern im Gegenteil: Es bedeutet im vollen Bewusstsein der eigenen Wurzeln das zu bewahren was trägt, sich an das zu erinnern, was erfreut, begeistert hat, was einen zu dem Menschen hat reifen lassen, der man heute ist, und aus dieser Kraft das Jetzt zu gestalten oder sogar seine Bestimmung zu finden.

Wir wünschen uns gelegentlich solche Kräfte, von denen die Pfingsterzählung uns erzählt. Weniger das Gefühl von irgendetwas Diffusem durchweht zu sein oder ungewöhnliche Dinge tun zu können, sondern vielmehr die Kraft, das Undenkbare zu wagen, der eigenen Persönlichkeit und dem eigenen Weg ins Auge zu blicken, eine Inspiration für einen Weg, der nun klar vor einem liegt.

Was wird der Mann vor seinem Whiskeyglas wohl tun?
Vielleicht wird er seine Träume und Erinnerungen wie Szenen in Einmachgläsern ins Regal zurückstellen.
Und doch, plötzlich, aus einer Erinnerung, einer Erfahrung wird tragender Grund.
Aus Vergangenheit wird Zukunft.
Und er steht auf.
Inspiriert von einer Idee.
Durchweht von einem Geist.
Er steht auf und geht, auch wenn er noch nicht weiß, wohin der Geist ihn weht.
Denn er weiß: Er hat in der Vergangenheit getragen, und er wird es auch in Zukunft tun.